Donnerstag, 21. Februar 2008

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Ach was waren dass noch für Zeiten..ten..ten...
Musik auf Schallplatte gepresst mit allen Analogen Unreinheiten,
Knistern und knacken. Manchmal waren sogar Geräusche aus dem Studio
Hintergrund zu hören oder bei Live Alben ein Flugzeug das übers Stadion flog.
Gemütlich auf dem Sofa liegend zuerst die A-Seite reinziehen, dazu
das Cover betrachten. Nach etwas über zwanzig Minuten aufstehen und
die LP umdrehen.
Ich hatte als junger Rocker mal eine Blues Scheibe die lief bei mir
in der Bude rauf und runter, zu Beginn der dritten Nummer (Live),
kommt der Drummer mit dem Einsatz zu früh und bricht ab, man hört ein
kurzes rufen aus dem Hintergrund und der Song beginnt neu.
Später habe ich die Aufnahmen noch als CD gekauft, reingehört
und wieder verkauft. Alle Nebengeräusche waren Rausgefiltert, der
verpatzte Einsatz Rausgeschnitten und das CD Cover konnte nur unter
der Lupe glänzen.
In der Brockenstube hatte ich vor kurzem ein paar Schellacks aus
den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Händen und
durfte mit dem dazugehörenden Gramophon eine Scheibe durchkratzen lassen.
Klar kein Hi-Fi, Dolby Stereo, Digital remasteret Raumklang Erlebniss.
Nur Monotoeses Rauschen und Knistern, Aber die Aufnahme war hörbar,
das Cover fühlbar und der Sänger, furchtbar.

Diese Woche habe ich in der Zeitung gelesen wie lange man Digitale
Datenträger ohne Datenverlust aufbewahren kann.
Oh jeh, hätte ich doch nur meine Plattensammlung nicht ins Mp3 Format
Digitalisiert. Es gibt anscheinend einen Verlust von Bits und Bytes
auf dem Datenträger, die Inhalte lösen sich unwiederbringlich auf, die
Abspielgeräte Beamen Sätze wie: Disc Error, ungültiger Datenträger,
Unbekanntes Format und andere Deprimierende Meldungen auf die Displays.
Einzig das Weiter Kopieren auf neue Speichermedien (so alle fünf Jahre),
würde die Musik Sammlung am Leben erhalten.

So werde ich dann einmal mehr grosse Teile meiner Freizeit Opfern müssen
um mein Privates Kulturgut zu erhalten, ist ja nicht weiter schlimm,
schliesslich bin ich es ja schon gewohnt das Dinge die uns
Vordergründig das Leben erleichtern, Hintergründig viel Zeit in Anspruch
nehmen; Schreibmaschine - Computer, Dorfladen - Einkaufszenter,
Öffentlicher Verkehr - Privat Auto u.s.w.

Zurück zur Musik, diese Industrie ist ja seit Etablierung des Mp3
Formates permanent am jammern und klönen wegen den Rückgängigen
Verkaufszahlen. Millionen von Schäfchen haben ihre Festplatten randvoll
mit Musik, die zu hören ein Leben nicht reicht. Dazu kommt jetzt die
Erkenntniss, dass sich die 00011001... verflüchtigen können wie
Nebelschwaden in der Morgendämmerung.
Also all ihr Soundkapitalisten, tragt Sorge zu den Mastertapes und Vinyl
Rohlingen in den Archiven, es könnten wieder Goldene Zeiten kommen.

Tja und ich werde noch mehr auf meinem Bass üben und mein Musikalisches
Repertoire erweitern. So bleibt, wenn alle Stricke reissen sollten und
ich nach Stunden des Kopierens und wieder Kopieren merke, dass ich vor
lauter Kopieren keine Zeit mehr fürs hören der Kopien habe, ein ganz kleiner
Teil Musik Kultur in meinen vier Wänden erhalten.

Vielleicht findet sogar der Sänger aus der Brocki einen Fan und überlebt
weitere achtzig Jahre ohne eine Kopie einer Kopie zu sein, die Chancen
stehen gut, der Zeitgeist (Musicstar) honoriert ja bekanntlich
Noten Quäler!

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