Samstag, 2. Februar 2008

Kinder, Kinder

Da sass ich also im Sandkasten und budelte mich wie ein alter Goldgräber
durch die Landschaft.
Völlig in meine Entstehende Burg vertieft hatte ich die Welt vergessen,
Zinne um Zinne begann über dem Burggraben aufzuragen. Ich sah mich schon
als edler Ritter auf hohem Ross, da wurde ich durch andere Kinder aus
meinen Träumen gerissen. Der ältere Junge aus dem Nachbarhaus hatte sich
einfach meinen Kessel gekrallt und begann MEINE Burg nach seinen
Vorstellungen umzugestalten. Das wollte und konnte ich einfach nicht
tolerieren, schlieslich hatte ich die ganze Vorarbeit geleistet, hatte
geschaufelt und geackert. Na warte du Riese, auch wenn ich dir keine
neue Augenfarbe verpassen kann, sollst du nichts von meiner Burg haben.
Also begann ich mein Werk wieder zu zerstören, trampelte unter Protest der
anderen Kinder darauf herum und liess die Raubritter in Ruinen zurück.

Mittlerweile bin ich aus dem Sandkasten raus und habe gelernt im Team
zu arbeiten, Kompromisse zu machen und gegebenenfalls auch mal
zurückzustehen oder Anzugreifen, je nach Situation.

Diese Woche hörte ich im Radio das in Kürze die von Wattenwyl Gespräche
in Bern statfinden. Zum ersten mal in der Geschichte des Bundesstaates
Schweiz wird dieser Event ohne Mutterpartei zweier gewählter Bundesräte
durchgeführt.
Der Ueli Maurer von der SVP hat im Interview gesagt, seine Partei hätte
keine Bundesräte in der Regierung, Ergo hätte die Parteispitze auch
nichts an diesem Anlass verloren.
Na ja, meines Wissens sind der Herr Schmid und die Frau Wiedmer-Schlumpf,
doch auch Exponaten dieser doch so Volksverbundenen Partei.

Aber eben der Christof musste seinen Thron räumen und das Zepter
abgeben, die Burg wurde eingenommen und der König seiner Pfründe
beraubt.

Vor meinem Geistigen Auge sehe ich den kleinen Ueli zusammen mit den
beiden Christofs im Sandkasten, wie sie herumwirbeln und den anderen
Kindern das Spielen verleiden, (der Toni plärt im Kinderwagen nebenan).
Da kommt der Sämi gerannt, in der einen Hand ein Plastikschäufelchen
und an der anderen das Evi im Schlepptau.
"Mir wei ou mitspiele !" Sagt Sämi und ist schon halb im Sandkasten.
Die dreieinhalb Rabauken haben ihr Zerstörerisches Werk vollbracht und
ziehen ab,(Toni braucht neue Windeln). Klein Evi und Sämi indessen
gesellen sich zu den anderen Kindern und spielen friedlich ihr Spiel.

Jahrzente später, die Sandkasten Rambos sind gross geworden, sind
wichtige Leute, Intelligent, Studiert, Lebenserfahren (der Toni braucht
auch keine Windeln mehr, nur noch ab und zu die führenden Hände seiner
Mentoren). Da haben also die Raubritter die Schmach ihres Königs mit dem
Fernbleiben an den Gesprächen gerächt. So nehme ich zur Kenntniss,
dass die Führung der grössten Schweizer Partei ein Haufen Infantiler
Kinder ist. Der abgewählte König hat ja mit seiner Konkordanz Unfähigkeit
schon bewiesen wie Reif und Erwachsen er agieren kann, wie sehr er
gut Eidgenösische Werte bewahrt.
Ich denke, die von Wattenwyl Gespräche dienen der Zukunft unseres
Landes und dem Volk.
Somit wird mir klar, die VOLKSPARTEI ist im Namen dem Volk verpflichtet,
in der Substanz jedoch nur dem König.

P.S.
An der nächsten Beach Party auf dem Bundesplatz in Bern wird man sicher
den einten oder anderen SVP`ler auf Sandburgen herumtrampeln sehen.

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